ÿþ<html> <head> <meta http-equiv="Content-Language" content="de-at"> <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=unicode"> <title>Familien Ritter von Gutmann und Freiherr Meyer von Ketschendorf</title> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="../1.css"> </head> <body> <h1>Familien Ritter von Gutmann und Freiherr Meyer von Ketschendorf</h1> <p>Zu den gesellschaftlich am höchsten stehenden jüdischen Familien, die zumindest einen Teil des Jahres über in Baden oder dem benachbarten Bad Vöslau verbrachten, gehörten die Familien der Ritter von Gutmann. <strong> <font face="Arial">Wilhelm Wolf Isaak Ritter von Gutmann (1826-1895)</font></strong>, hatte sich zu Beginn der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts im damals aufstrebenden Kohlegeschäft zu etablieren begonnen und in weiterer Folge zusammen mit seinem jüngeren Bruder <strong><font face="Arial">David Ritter von Gutmann (1834-1912)</font></strong> die Firma <b> Gebrüder Gutmann </b> gegründet, die in den folgenden Jahren durch Förderung und Vertrieb dieses Rohstoffes sehr rasch zu einem der bedeutendsten Unternehmen in dieser Branche heranwuchs. Mit <i>Anselm von Rothschild</i> schlossen sich die Brüder Gutmann auch zum Ausbau der nahe Mährisch-Ostrau gelegenen Witkowitzer Eisenwerke zusammen. Sehr früh den Wert des  in modernen Worten ausgedrückt  Humankapitals erkennend scheinen vor allem ihre sozialen Leistungen für die dort tätige Arbeiterschaft durch Schaffung von Wohnungen, Unterrichtsanstalten sowie einer Art Unfall- und Pensionsversicherung erwähnenswert. 1878 werden die im mährischen Leipnik geborenen Brüder Gutmann schließlich in den erblichen Ritterstand (<b>Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Kl.</b>) erhoben. </p> <p>Wilhelm Ritter von Gutmann, von 1892 bis 1893 Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, heiratet in erster Ehe <strong><font face="Arial">Leonore Latzko</font></strong> (1827-1867), aus welcher Ehe die Kinder<strong><font face="Arial"> Berthold</font></strong> (1856-1932), <strong><font face="Arial">Max (1857-1930)</font></strong> und <strong><font face="Arial">Rosa (1862-1930)</font></strong> hervorgehen. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau heiratet er <strong><font face="Arial"> Ida Wodianer (1847-1924)</font></strong>, die Tochter eines weiteren zeitweilig in Baden aufhältigen Finanzmagnaten. Mit ihr hat er drei weitere Kinder: <strong> <font face="Arial">Moritz (1872-1934)</font></strong>, <strong> <font face="Arial">Elisabeth genannt Elsa (1845-1947)</font></strong> sowie <strong><font face="Arial">Rudolf (1880-1966)</font></strong>. </p> <p>Gemeinsam mit seiner Frau lässt sich Wilhelm Wolf Isak Ritter von Gutmann im Jahre 1882 vom Badener Hugo Zimmermann in der Helenenstrasse eine Sommervilla erbauen und verbringt vor allem die wärmere Jahreszeit auf dem im Badener Helenental gelegenen Anwesen. Nach seinem Tod im Jahre 1895 steht die Badener Liegenschaft bis zum Einmarsch der Nationalsozialisten im Besitz des jüngsten Sohnes <strong><font face="Arial">Rudolf Ritter von Gutmann</font></strong>. Haupterbe nach Wilhelm Isak war jedoch dessen ältester, aus der ersten Ehe stammende Sohn, <strong><font face="Arial">Bergrat Dr. Max Ritter von Gutmann (1857-1930)</font></strong>, Herr auf Schloss Droß und dem Jaidhof bei Krems. Max ging bereits den Weg der Assimilation indem er die aus christlichem Elternhaus stammende <strong><font face="Arial">Emilie Hartmann (1877-1953)</font></strong> ehelichte. Nach seinem Tod Jahre 1930 tritt sein Sohn <strong> <font face="Arial">Wolfgang Ritter von Gutmann (1906-1964)</font></strong> das Erbe nach dem Vater an.</p> <p><strong><font face="Arial">Moritz Ritter von Gutmann</font></strong>, der Halbbruder Max von Gutmanns, zuletzt verheiratet mit der, im Jahre 1942 von den Nazis ermordeten, Vortragskünstler <strong><font face="Arial">Käthe von Gutmann geb. Frankl (1893-1942)</font></strong>, erwarb im Jahre 1901 Herrschaft und Schloss Vöslau. Nach dem Tode Moritz von Gutmanns 1934 erwirbt Käthe von Gutmann  der im Schloss ein lebenslängliches Wohnrecht zugestanden wurde - das Haus Helenenstrasse 7a, das Schloss wechselt in den Besitz des Sohnes <strong> <font face="Arial">Wilhelm Ritter von Gutmann (1896-1966)</font></strong>. Infolge der Machtergreifung der Nationalsozialisten gelangt der Vöslauer Besitz 1938 in den Besitz der Gemeinde Vöslau, die sich nach dem 2. Weltkrieg allerdings einem Rückstellungsverfahren zu stellen hatte.</p> <p>Eine Schwester Rudolfs, Max und Moritzs, war <strong><font face="Arial"> Fürstin Elsa von und zu Liechtenstein (1875-1947)</font></strong>, die 1929 den regierenden <strong><font face="Arial">Fürsten Franz I. von und zu Liechtenstein (1853-1938)</font></strong> heiratete.</p> <p>In einer Villa in Baden, Weilburgstrasse 16, wohnte auch <strong> <font face="Arial">Dr. Ludwig Ritter von Gutmann (1860-1900)</font></strong>, ein Sohn David Ritter von Gutmanns, mit seiner Gemahlin <strong> <font face="Arial">Mathilde geb. Freiin von Günzburg (1866-1917)</font></strong>. Drei ihrer Kinder, nämlich <strong><font face="Arial">Dr. Wilhelm Hermann Ritter von Gutmann (1889-1966)</font></strong> , <strong><font face="Arial">Lilly von Gutmann (7.6.1898)</font></strong> sowie <strong><font face="Arial">Clarisse von Gutmann (28.8.1899)</font></strong>, kommen hier zur Welt. Nach dem Tode Ludwig von Gutmanns, der auf seinem Badener Anwesen am 15. Oktober 1900 verstarb und in der Familiengruft auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt wurde, stand die Liegenschaft bis 1938 im Besitz des Sohnes Wilhelm Hermann.</p> <p>Auch der andere Mitbegründer des Gutmann´schen Imperiums, David Ritter von Gutmann mit seiner Gattin <strong><font face="Arial">Sophie von Gutmann geb. Latzko (1838-1902)</font></strong>, hielt sich während der wärmeren Sommermonate regelmäßig bei Ihren Kindern in Baden auf. Neben Ludwig von Gutmann besaß nämlich auch deren Tochter <strong><font face="Arial">Irma Freifrau von Mayer-Ketschendorf (1866-?)</font></strong> zusammen mit ihrem Mann dort eine Villa. Diese lag in unmittelbarer Nachbarschaft zu der des Bruders in der Weilburgstrasse 18, und sowohl Sophie von Gutmann als auch ihr Mann David verstarben hier. Die einzige Tochter Irmas, <strong><font face="Arial"> Alexandrine Elisabeth Freiin von Mayer-Ketschendorf (1902-1924)</font></strong> verstarb bereits im Alter von zweiundzwanzig Jahren. Wie die übrigen Familienmitglieder musste 1938 die bereits 72-jährige Baronin Österreich verlassen.</p> <p style="text-align: right">[<a href="../">Home</a>]</p> <p style="text-align: right"><font face="Arial">© 2003 MMag Thomas Eliser Schärf</font></p> </body> </html>