Oberrabbiner Dr. Moritz Güdemann (1835-1918)

Oberrabbiner Dr. Moritz Güdemann wurde am 19. 2. 1835 in Hildesheim (Deutschland) geboren. Nach seinem Studium an der Universität Breslau erhielt er vom dortigen Israelitisch Theologischen Seminar im Jahre 1862 seine Befähigung zum Rabbineramt und trat im selben Jahr eine Rabbinerstellung in Magdeburg an. Ab dem Jahre 1866 fungiert er als Rabbiner am Wien Leopldstädter Tempel ehe er nach dem Tod des Wiener Oberrabbiners Dr. Adolf Jellinek (1821-1893) zu dessen Nachfolger bestellt wird. Güdemann ist Verfasser von Werken zur jüdischen Kulturgeschichte und zur Religionsgeschichte. Er war zunächst Freund später vehementer Kritiker Theodor Herzls. Vor allem in den letzten Lebensjahren verbrachte Güdemann die Sommermonate gerne in Baden. Von Baden etwa korrespondiert er im Jahre 1915 beispielsweise auch mit dem bekannten deutschen jüdischen Philosophen Hermann Cohen (1841-1918). Er verstirbt im Hause Weilburgstrasse 99 am 5. April 1918, wird von der Chewra Kadischa Baden nach Wien überführt und auf der israelitischen Abteilung beim I. Tor des Wiener Zentralfriedhofes beerdigt.

Quelle: Encyclopedia Judaica, eigene Recherchen

[zurück zur Übersicht] [Home]